Verzweifelter Motor-Blogger (31) greift zur Flasche…

…danke für die Aufmerksamkeit.

Fear and Loathing in Hannover

Ich bin oft am Kiosk oder auch an der „Trinkhalle“, wie es in meiner  niedersächsischen, urbanen Wahlheimat an der Leine heisst. Trifft es sowieso viel besser als das aussagelose „Kiosk“, denn das mehrheitlich zugrunde liegende Bedürfnis für den Besuch dieses Etablissements wird so viel deutlicher, ehrlicher und right in your face beschrieben. Und Gründe für dieses Bedürfnis gibt es im Leben eines struggelnden Möchtegern-Auto-Blogger genug:

Nein, mit dem gut bezahlten, IG-Metall-umsorgten, Werksleasing-gekrönten Sozialprestige-Job in der heimischen Autoindustrie wird es trotz aller Versuche wohl nix mehr. Von Presseverteilern, Einladungen auf fancy Fahrpräsentationen und einem das Leben beträchtlich vereinfachenden Presseausweis bin ich aktuell auch noch ähnlich weit entfernt wie automobiler Individualismus von Wolfsburg. Unmittelbar damit zusammenhängend, kommt schleichend die wachsende Erkenntnis, dass es um das praktische Ausleben meines automobilen Nerdtums in Form eines mit Bedacht ausgewählten und ständig wechselnden Fuhrparks zukünftig wohl eher medioker bestellt sein wird: Es bleibt wohl bei Vespa statt Vette und bei alter R1 statt altem R5 Turbo.

Kurz gesagt: Es muss intensiv und oft runtergespült werden. Wenn ich meine niedere Motivation für den Trinkhallen-Aufenthalt nicht sofort preisgeben will, blättere ich noch ein bisschen im vorhanden, oft recht umfangreichen Angebot des deutschen Motorjournalismus rum, bevor es zum Kühlregal geht. Kürzlich wurde meine Aufmerksamkeit jedoch etwas länger als sonst vom flüssigen Schmerzdämpfer ferngehalten.

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Der Bums von…OBEN!

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Montag morgens, 7:45, an einer durchschnittlichen allgemeinbildenden Schule für angehende Motorexperten, irgendwo in Deutschland. Wenn’s blöd läuft tief in Bayern, Baden-Würtemberg oder unweit von Wolfsburg:

„Guten Morgen, Kinder! Heute steht einfachste Geografie auf dem Lehrplan. Die Aufgabe lautet: Zeige mir alle Länder auf der Landkarte, die in Sachen sportliche Autos was zu melden haben!“

25 von 30 kleinen Fingern schnellen aufgeregt in die Luft.

„Ja, Thomas bitte.“

Deutschland, AUSRUFEZEICHEN“, sagt Thomas kanonengleich.

24 kleine Finger schnellen frustriert wieder runter.

„Sehr gut, Thomas! Weiter, wer noch?“

Stefan meldet sich, etwas zaghaft.

„Italien…also Ferrari, Lamborghini, Maserati…sowas.“

Ein Raunen geht durch die Klasse, hier und da blitzen mal ein paar kleine begeistert Augen auf.

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Liebling, ich habe den Roadster geschrumpft

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„Lieber Herr wie-Carrera-nur-mit-O, ich bin unter 1,70m groß, lerne schwer Menschen kennen und brauche ein neues Auto. Ich habe wenig Geld und stehe auf handgefertigte Roadster mit Alu-Hardtop und maximal 1000KG Leergewicht. Mit Ford StreetKa oder Smart Roadster hab ich aufgrund ihrer schieren Größe Probleme beim Einparken. Außerdem fahren diese Autos nur Bürokauffrauen unter 30 und Bürokaufmänner über 30. Ein Mazda MX-5 besitzt mir viel zu viel Image. Können Sie mir helfen?“

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Außer (ein paar) Thesen nix gewesen

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In diesem Blog soll es ja bekanntlich um automobile Freuden jenseits des Tellerrands gehen. Um dieser Absicht die nötige Street Credibility zu verleihen, begebe ich mich mit meinem ersten Fundstück nicht etwa ins Souterrain des deutschen Fahrzeugbestands: Nein nein, wir schauen gleich in den bunkertiefen Keller. Dort treffen wir auf automobile Volkshelden wie den Lada 110/111/112 (Bestand am 01.01.2013 in Deutschland: 873), den Chevrolet Leganza (935) oder auch den Mitsubishi Sigma (799). „Hey, das ist ja gar nicht soooo wenig. Sogar in meinem kleinen Dorf xy bei xz kenn‘ ich `nen Typen, dessen Bruder hat ´ne Frau, die mal in ´nem Autohaus gearbeitet hat, da stand auch so ein Mitsubishi-Ding!“

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